Die St. Andreas Schützenbruderschaft Stockheim besteht 2021 seit 100 Jahren.

Das Schützenwesen ist eine der wenigen kultur- und sozialgeschichtlichen Erscheinungen, die sich über viele Jahrhunderte hinweg kontinuierlich entwickelt und bis heute erhalten haben. Außerdem besteht eine enge und starke Beziehung zur Kirche.

Nach den Wirren des ersten Weltkrieges und den damit verbundenen unruhigen Zeiten mögen die Menschen eine große Sehnsucht nach Gemeinschaft und Frieden gehabt haben. So schlossen sich auch Stockheimer Bürger zusammen und gründeten unter der Parole:   Glaube – Sitte – Heimat eine Schützengesellschaft. Leider sind die meisten Annalen der Schützenbruderschaft im zweiten Weltkrieg vernichtet worden. Fest steht aber das Gründungsjahr 1921. Die konstituierende Sitzung fand im Februar statt. Zu den Gründern der Gesellschaft zählten die Herren Theodor Dorweiler, Wilhelm Fischernich, Josef Hennes, Engelbert Tesch, Josef Velden, Wilhelm Velden, Hubert Vonderhagen.

Zum ersten Schützenmeister wurde Wilhelm Velden gewählt. Weiterhin gehörten Josef Hennes und Wilhelm Fischernich zum Vorstand.Der erste amtierende Schützenkönig im Jahre der Gründung war Wilhelm Velden. Er wurde von der Gesellschaft gewählt.

Der erste Schützenkönig der durch einen gezielten Schuss zu den Königswürden kam, war Peter Salentin. Er behielt das Königssilber zwei Jahre, denn im Jahre 1923 fand kein Schützenfest statt.  Inflation und eine weit verbreitete Arbeitslosigkeit ließen dies nicht zu. 1924 wurde dann Peter Schiffer der neue Schützenkönig.

Der folgenschwere Regierungswechsel im Jahre 1933 und der spätere Ausbruch des Zweiten Weltkrieges bescherte den Schützen die schwerste Zeit ihrer Geschichte. Während des Krieges und noch einige Jahre danach kam die Bruderschaft zum Erliegen. Erst am 30. Januar 1949 fanden sich die Stockheimer Schützen unter dem Vorsitz von Engelbert Pesch wieder zusammen, um die Bruderschaft erneut ins Leben zu rufen. Dies war bis dahin von den Alliierten untersagt worden.

Der letzte Schützenkönig vor Beginn des Zweiten Weltkrieges war Josef Schaaf. Ihm ist es zu verdanken, dass das Königssilber den Krieg überstanden hat. Nach der Evakuierung konnte er das Kleinod unbeschadet zurück geben.

Ein weiterer Glücksfall ist der Erhalt des Protokollbuches der Schützenbruderschaft aus den Jahren von 1930 bis 1963. Hierin befinden sich viele Aufzeichnungen die sonst verloren wären. Und nicht nur das, auf vielen Seiten sind Teile der Dorfgeschichte und des Dorflebens dokumentiert.

 

 

Auszüge aus dem Protokollbuch:

19.09. 1931 – durch Stimmenmehrheit wurde beschlossen, dass die Schützengesellschaft zu einer Schützenbruderschaft übergehen soll.

29.11.1931 – Der erste Vorsitzende Schönenberg gibt bekannt, dass die Fahne, am Feste des hl. Andreas, im Hochamt geweiht würde, und die Gesellschaft damit zur Bruderschaft übergehe.Der Vorstand möge in Frack und Zylinder und die Offiziere in Uniform erscheinen.

06.01.1933 – Es wurde beschlossen die alte, sehr reparaturbedürftige Fahne zu ersetzen.

24.01.1934 – Die Protokolle änderten sich. Die Anwesenden wurden mit dem „Deutschen Gruß“ begrüßt und mit dreimal „Sieg Heil“ verabschiedet.

31.10.1937 – es musste die „Deutsche Reichsbund Fahne“ angeschafft werden. Ohne diese Fahne durfte kein Fest mehr statt finden.

29.01.1938 – das Schützenfest wird auf den dritten Sonntag im Juni festgelegt.

30.01.1949 – Barthel Bühl  wird zum 1. Vorsitzenden gewählt.

 Im Jahre 2006 war Willi Lüttgen der letzte Schützenkönig der Schützenbruderschaft.

Zur Zeit ruht der Verein. Seit wann genau lässt sich leider nicht mehr feststellen.

                       

StockHEIMat